Dipl. Ing. (FH) Jörn Rogge

FREIER SACHVERSTÄNDIGER

Gebäudethermographie

Mit der Technik der Thermografie können Temperaturunterschiede von Oberflächen dargestellt werden. Die eigentliche Arbeit des Fachmanns besteht darin, die Fotos im Anschluss zu analysieren und die richtigen Schlüsse daraus zu ziehen. Dies ist eine Aufgabe, welche nur ein in bautechnischen Disziplinen gut ausgebildeter Fachmann durchführen sollte. Die reine Deutung der Aufnahmen über die Farbgebung ist wenig aussagekräftig, da diese durch den Nutzer einstellbar ist. Die festgestellten Temperaturunterschiede können dabei klein oder groß, bauphysikalisch gut, schlecht oder schlicht normal sein. Dies it z. B. der Fall, wenn Bauteileigenschaften, wie der Blick nach draussen durch ein Fenster, den wärmedämmenden voran gestellt werden. Bei der anschließenden Beurteilung und Auswertung der Bilder, müssen die konstruktiven Details und bauphysikalischen Eigenschaften des Bauwerks mit berücksichtigt werden. Mittels der Thermografie können Lücken und Verbesserungsmöglichkeiten in der Wärmedämmung von Dach- und Fassade, Ursachen von Zugluft, Leckagen in Fussbodenheizungen, Wänden und Flachdächern durch die verursachten Themperaturunterschiede ausfindig gemacht oder schlicht und einfach die Qualität einer wärmetechnischen Leistung überprüft werden.

 

                   Aufnahme einer Fassade                                                                       Aufnahme einer Zimmerecke im Fußbodenbereich

                                                      

Die Aufnahme der Fassade zeigt hellere und dunklere Flächen. Die helleren Flächen haben eine höhere Themperatur als die dunkleren. Bei den Unterschieden im Bereich der Ausbauten im Dach dürfte eine unterschiedliche Beheizung und weniger eine unterschiedliche Dämmeingenschaft der Bauteile zugrunde liegen, da die Fensterscheibe des rechten Ausbaus ebenfalls kühler ist, als die des linken. Bautechnische Mängel sind allein durch diese Aufnahme noch nicht festzustellen. Bei der rechten Aufnahme handelt es sich um eine Zimmerecke. Die Steckdose ist wesentlich kühler als die Wand, was auf Zugluft schliessen läßt. Der Grund für den blaue Streifen an der Wand ist ein unterhalb des Fußbodenaufbaus liegender Betonbalken, welcher eine Giebelfassade trägt und nach aussen nicht besonders gut isoliert wurde. Diese Tatsache konnte aufgrund der thermografisch ermittelten Indizien durch eine Bauteilöffnung bestätigt werden. Die tatsächlichen Temperaturen können mittels spezieller Software jeweils detalliert angesteuert und angegeben werden.